Presse: Der Mannheimer Morgen und Die Rheinpfalz schreiben…

Jubelstürme gab es für Julia Nagele alias Jules. ( Foto: Christian Gaier)

Viele Facetten und Gymnastik für die Stimme

„Vocal Night“ der IG Jazz mit den Sängerinnen Valeria Maurer und Jules in der Mannheimer Klapsmühl’ am Rathaus

Von Rainer Köhl

Starke Stimmen wachsen in Mannheim heran, und zwar nicht nur in der Popakademie, sondern immer wieder auch in der Abteilung Jazz und Popularmusik der Mannheimer Musikhochschule. Dort studieren die beiden Sängerinnen, welche die „Vocal Night“ bei der IG Jazz in der Klapsmühl’ bestritten haben: Valeria Maurer und Jules. Mit ihren Bands sorgten sie zu Recht für begeisterte Jubelstürme.

Jules nennt sich die Singer/Songwriterin Julia Nagele, über deren wunderbare Musik mit ihrem Quartett man nur staunen kann. Wenig Jazz, dafür umso mehr wohlklingende Stile hat sie in ihren Songs miteinander verbunden. Mit „Harbour“, im Stil von Americana und alternativem Countryrock, ging es gleich eindrücklich los. Jules’ akustische Gitarrenbegleitung zu E-Gitarre, knorrig sonorem Kontrabass und Drums brachte große Tiefe in die Klänge.

Besonders Jörg Teicherts expressives Spiel auf der E-Gitarre, gewürzt mit Slide-Tönen und subtil verschatteten Klängen machte starke Wirkung. Sublime Stimmungen wurden beschworen, aber auch unbeschwerte, phantasievolle Popsongs hatte Jules in ihrem reichen Repertoire, das sie mit sehnsuchtsvoller Süße in der Stimme sang. Dazu gehörten auch Bluessongs mit viel Erotik. Jules spielte mit stimmlichen Nuancen und ließ ihr Organ klangstark aufröhren.

Sehr viele Gesichter, sehr viele Facetten hat Jules in ihrer Stimme und in ihren Songs. Fünf Bläser und ein Streichquartett kamen noch hinzu, für die der Trompeter Johannes Stange wunderschöne Arrangements geschrieben hat. Elegante Raffinesse tönte aus einer Latin-Nummer, romantisch verträumt kam der Popsong „Green Bird“ daher. Hymnisch und tanzbar ertönten weitere Songs: alles großartige Musik, wunderbar musiziert von einer ebenso sympathischen wie charismatischen Sängerin mit ihrer Band. Dass Jules bald nicht minder erfolgreich sein wird wie ihre großen Sangesschwestern von der Popakademie, Wallis Bird und Mine, lässt sich jetzt schon prophezeien. (…)

© Die Rheinpfalz, Donnerstag, 24. 3. 2016

Jazz: Jules und Valeria Maurer bei der „Vocal Night“

Stimmen, die aus der Kälte kamen

Von unserem Mitarbeiter Hans-Günter Fischer

(…) Julia Nagele, als Sängerin kurz: Jules, hat ebenfalls viel vor sich, ist aber schon ein paar Schritte weiter. Sie kommt aus dem Singer/Songwriter-Milieu, ihre akustische Gitarre hängt ihr treu am Hals. Doch die Vokalphrasierungen in ihren englischsprachigen, stets selbstverfassten Liedern öffnen sich dem Jazz, und ihrer weichen, warmen Mädchenstimme ist der Blues nicht fremd. Jörg Teicherts E-Gitarre ohnehin nicht. Und die kleine Bühne füllt sich immer mehr.

Fast schon luxuriös

Fünf Bläser (unter ihnen Olaf Schönborn) und vier Streicher kommen zu Jules‘ Band hinzu. Johannes Stange hat für diese Musiker fast luxuriöse Arrangements geschrieben, schon das erste hat diesen nach Caipirinha schmeckenden Latino-Touch. Die volle Klapsmühl‘ tobt. Und irgendwann könnten auf Jules auch große Hallen warten.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 24.03.2016